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Versec / Handwerkskammer

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Hier finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen rund um das Thema "Asylbewerber und Flüchtlinge im Handwerk"

Für Betriebe


Ich möchte gerne einen Flüchtling in meinem Betrieb aufnehmen. Welche Möglichkeiten gibt es und was muss ich dabei beachten?

Grundsätzlich bestehen die Möglichkeiten, einen Flüchtling im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung (EQ), eines Praktikums, einer Ausbildung oder einer dauerhaften Anstellung zu beschäftigten. Je nach Art der Beschäftigung und Aufenthaltsstatus müssen unterschiedliche Punkte berücksichtigt werden (z.B. Arbeitserlaubnis). Einen Überblick, welche Punkte zu berücksichtigen sind, geben die Übersichtstabellen des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA). Weitere Informationen erhalten Sie zudem bei unseren Willkommenslotsen.

Mehr Infos
KOFA-Übersicht: Praktikum
KOFA-Übersicht: Ausbildung
KOFA-Übersicht: Antragsstellung


Welche Förder- bzw. Unterstützungsangebote gibt es für Betriebe, die einen Flüchtling aufnehmen? Welche Kosten kommen auf mich zu?

Betriebe, die einen Flüchtling in einer Einstiegsqualifizierung beschäftigen, haben die Möglichkeit, einen Anteil der monatlichen Vergütung in Höhe von 231 Euro sowie Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 116 Euro pro Monat von der Agentur für Arbeit refinanzieren zu lassen.

Ein Betrieb, der einen Flüchtling in ein Lehrverhältnis aufnimmt, bekommt keinerlei finanzielle Unterstützung.

Wenn ein Betrieb einen Flüchtling in ein Anstellungsverhältnis nimmt, hat er die Möglichkeit, einen Eingliederungszuschuss bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter zu beantragen. Die Förderung kann für einen begrenzten Zeitraum eine Höhe von bis zu 50 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelts betragen. Voraussetzung ist, dass dem Flüchtling noch notwendige Kenntnisse fehlen und mit einer längeren Einarbeitungszeit zu rechnen ist.

Mehr Infos
www.arbeitsagentur.de (Stichwort Eingliederungszuschuss)


Wie ist die Bleibeperspektive für Flüchtlinge und Asylbewerber?

Flüchtlinge, die aus Syrien, Iran, Irak, Eritrea oder Somalia kommen haben grundsätzlich eine gute Bleibeperspektive. Personen, die aus den sog. „sicheren Herkunftsländern“ kommen und den Asylantrag nach dem 31.08.2015 gestellt haben, dürfen nicht beschäftigt werden. Zu den sicheren Herkunftsländern gehören die Mitgliedsstaaten der EU, Norwegen und die Schweiz sowie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien. Die Liste der sicheren Herkunftsländer soll um die Länder Algerien, Marokko und Tunesien erweitert werden. Bisher fehlt jedoch noch die Zustimmung des Bundesrates (Stand: August 2016).


Für Flüchtlinge und Asylbewerber


Wo kann ich mir einen Überblick über die verschiedenen Berufe verschaffen?

Das Handwerk bietet rund 130 verschiedene Berufe. Nähere Informationen sowie eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Berufe finden Sie auf www.handwerk.de. Dort erhalten Sie ebenfalls Informationen zum dualen Ausbildungssystem sowie Tipps rund um das Thema Bewerbung.

Mehr Infos
www.handwerk.de


Welche Förderangebote kommen für mich in Frage?

Sowohl während der Einstiegsqualifizierung als auch während der Ausbildung stehen verschiedene Unterstützungsangebote zur Verfügung. Welches Angebot konkret in Frage kommt, hängt dabei maßgeblich vom Aufenthaltsstatus ab.

Assistierte Ausbildung (AsA)

Die assistierte Ausbildung  wendet sich an junge Menschen mit Förderbedarf. Während der Ausbildung und ggf. auch bereits bei einer vorgeschalteten Orientierungsphase erhalten Auszubildender und Ausbildungsbetrieb Unterstützung durch einen Bildungsträger, der auf die individuelle Situation im Betrieb eingeht und zur Stabilisierung beiträgt.

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH-H) - in Braunschweig

Diese Maßnahme richtet sich an Geflüchtete, die eine Ausbildung im Handwerk begonnen und Probleme im schulischen Bereich haben. Die Auszubildenden können an zwei Tagen in der Woche (Montag und Mittwoch) am Nachmittag (14 bis 20 Uhr) in das Technologiezentrum Braunschweig kommen.

Hier erhalten sie von einer qualifizierten Lehrkraft Unterstützung beim Führen des Berichtsheftes, beim Erledigen von Hausaufgaben, bei der Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen oder bei allgemeinen Fragen zum Unterrichtsstoff. Zusätzlich werden mathematische Grundlagen sowie die deutsche Sprache wiederholt und geübt. Hierbei wird mittels einer strukturierten Förderplanung eine zielgerichtete Unterstützung sichergestellt.

Außerdem werden die Geflüchteten von einer Sozialpädagogin betreut und begleitet. Sie ist dabei nicht nur Ansprechpartnerin bei Fragen und Problemen in der Ausbildung, sondern bietet auch bei lebensweltlichen Schwierigkeiten Orientierung und Unterstützung.

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Auszubildende, die aufgrund der Distanz zwischen Ausbildungsbetrieb und Wohnort für die Zeit der Ausbildung dort nicht wohnen können, können während dieser Zeitspanne auf finanzielle Unterstützung hoffen. 

Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen (VerA)

Im Rahmen der VerA-Initiative wird Auszubildenden, die während ihrer Ausbildung Probleme haben, ein ehrenamtlicher Pate zur Seite gestellt.

Mehr Infos
Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA)
 Die Angebote AsA, abH und BAB sind bei der Agentur für Arbeit / Jobcenter zu beantragen
VerA-Initiative


Ich habe in meiner Heimat bereits einen Abschluss (Schule, Studium, Beruf) gemacht. Wird er anerkannt?

Wer über eine im Ausland erworbene Berufsqualifikationen verfügt, kann einen Antrag auf Anerkennung stellen. Der „Anerkennungs-Finder“ hilft dabei, die für den jeweiligen Beruf zuständige Antragsstelle zu finden. Das IQ-Netzwerk Niedersachsen ist eine Erstanlaufstelle zur Bewertung ausländischer Abschlüsse und unterstützt auf dem Weg zur Anerkennung von Qualifikationen.

Mehr Infos
Anerkennungs-Finder
IQ-Netzwerk Niedersachsen